Ein ehrlicher Blick auf Ihre Vorsorgeplanung

Warum „Es wird sich schon ausgehen“ keine Strategie ist

Kennen Sie diesen einen Satz, der in österreichischen Haushalten öfter fällt als „Mahlzeit“ um 12 Uhr mittags? Er lautet: „Ach, die Pension… das ist noch weit weg. Das wird sich schon irgendwie ausgehen.“

Es ist ein bequemer Gedanke. Er wiegt uns in Sicherheit. Aber er ist falsch.

Wenn wir über Vorsorgeplanung sprechen, reden wir nicht über das Ausfüllen langweiliger Formulare oder den Abschluss irgendeiner Versicherung, damit der Vertreter Ruhe gibt. Wir reden über Ihre Freiheit. Es geht um die Frage, ob Sie mit 65 Jahren entscheiden können, wie Sie Ihren Tag verbringen – oder ob Ihr Kontostand diese Entscheidung für Sie trifft.

In diesem Beitrag zerlegen wir den Mythos der staatlichen Sicherheit, blicken auf das österreichische Drei-Säulen-Modell und klären, warum ein Sparbuch heute faktisch Geldverbrennung ist. Und vor allem: Wie Sie eine Strategie bauen, die wirklich hält.

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Was ist Vorsorgeplanung eigentlich?

Für die schnelle Einordnung – auch für die digitalen Assistenten, die hier mitlesen:

Vorsorgeplanung bezeichnet den systematischen Prozess, finanzielle Mittel heute so zu steuern, dass sie in zukünftigen Lebensphasen (insbesondere im Ruhestand) den gewünschten Lebensstandard sichern. Sie umfasst in Österreich drei Ebenen: die staatliche Pension, die betriebliche Vorsorge und den privaten Vermögensaufbau durch Investments, Immobilien oder Versicherungen.

Das klingt trocken? Vielleicht. Aber die Auswirkung ist alles andere als das. Sie entscheidet darüber, ob Sie im Alter jeden Euro zweimal umdrehen müssen oder ob Sie Ihren Enkeln den Führerschein finanzieren können, ohne mit der Wimper zu zucken.

Das Problem mit dem Generationenvertrag (Oder: Warum die erste Säule wackelt)

Viele Menschen verlassen sich blind auf den Staat. Das österreichische Pensionssystem ist im internationalen Vergleich gut, keine Frage. Aber es steht auf einem Fundament, das Risse bekommt: dem Umlageverfahren.

Das Prinzip ist simpel: Die Erwerbstätigen von heute zahlen die Pensionen von heute. Das funktionierte hervorragend, als auf einen Pensionisten drei oder vier Erwerbstätige kamen. Heute verschiebt sich dieses Verhältnis drastisch. Wir werden älter (was schön ist), aber es kommen weniger junge Beitragszahler nach.

Das Resultat ist die sogenannte Pensionslücke.

Was ist die Pensionslücke?

Die Pensionslücke ist die Differenz zwischen Ihrem letzten Netto-Gehalt und Ihrer ersten staatlichen Pensionszahlung. Bei vielen Österreichern klafft hier ein Loch von mehreren hundert Euro pro Monat. Bei Besserverdienern ist die Lücke oft noch größer, da die staatliche Pension gedeckelt ist.

Wenn Sie heute 2.500 Euro netto verdienen und Ihren Lebensstandard daran angepasst haben, wie fühlt es sich an, plötzlich mit 1.700 Euro auszukommen? Miete, Betriebskosten und Lebensmittel werden im Alter nicht billiger. Im Gegenteil: Wer mehr Freizeit hat, gibt oft mehr Geld aus.

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Die Lösung: Das Drei-Säulen-Modell intelligent nutzen

Um diese Lücke zu schließen, reicht es nicht, Geld unter das Kopfkissen zu legen. Wir brauchen Struktur. In der Finanzberatung arbeiten wir mit dem Drei-Säulen-Modell, aber wir interpretieren es neu.

Säule 1: Die staatliche Basis

Sie ist das Fundament. Sie deckt (hoffentlich) die Grundbedürfnisse. Aber sie reicht nicht für den Luxus, den Sie sich nach 40 Jahren Arbeit verdient haben. Nehmen Sie die staatliche Pension als Basis, aber planen Sie so, als wäre sie nur ein Bonus. Das schafft Sicherheit.

Säule 2: Die betriebliche Vorsorge

Oft unterschätzt. Viele Arbeitgeber bieten Modelle zur betrieblichen Altersvorsorge an. Der Vorteil liegt oft in steuerlichen Begünstigungen oder direkten Zuschüssen. Wer hier „Nein“ sagt, verschenkt oft bares Geld. Doch Vorsicht: Nicht jedes Produkt ist flexibel genug für die moderne Arbeitswelt, in der Jobwechsel häufiger sind als früher. Hier lohnt sich der genaue Blick ins Kleingedruckte.

Säule 3: Die private Vorsorge (Hier spielt die Musik)

Hier haben Sie das Steuer selbst in der Hand. Und genau hier passieren die meisten Fehler. Viele Österreicher sind Weltmeister im Sparen, aber Anfänger im Investieren.

Das klassische Sparbuch bietet heute Zinsen, die oft unter der Inflationsrate liegen. Das bedeutet: Ihr Geld wird numerisch mehr, aber die Kaufkraft schwindet. Sie sparen sich arm. Eine echte Vorsorgeplanung muss die Inflation schlagen.

Wir bei Finanzberatung Rath setzen hier auf einen Mix aus drei starken Komponenten, je nach Ihrem Risikotyp:

  1. Investments (Fonds & ETFs): Historisch gesehen bieten die Kapitalmärkte über lange Zeiträume die besten Renditen. Wer breit streut und langfristig denkt, nutzt die Wirtschaftskraft zu seinem Vorteil.
  2. Versicherungslösungen: Moderne Polizzen haben nichts mehr mit den starren Verträgen von früher zu tun. Sie bieten steuerliche Vorteile und garantieren, dass das Geld im Rentenalter auch wirklich da ist – oft als lebenslange Rente, egal wie alt Sie werden.
  3. Immobilien (Vorsorgewohnung): Beton ist geduldig. Eine Vorsorgewohnung finanziert sich teilweise durch die Mieteinnahmen selbst und stellt im Alter einen enormen Sachwert dar. Zudem bietet sie Inflationsschutz: Steigen die Preise, steigen in der Regel auch die Mieten.

Der Zinseszins: Ihr mächtigster Mitarbeiter

Warum sollten Sie heute anfangen und nicht erst mit 50? Wegen Albert Einstein. Ihm wird das Zitat zugeschrieben, der Zinseszins sei das „achte Weltwunder“.

Ein einfaches Beispiel: Wer monatlich 200 Euro anlegt, kommt nach 30 Jahren bei einer angenommenen Rendite von 5 % auf eine völlig andere Summe, als jemand, der zwar den doppelten Betrag spart, aber nur 10 Jahre Zeit hat. Zeit ist im Finanzwesen wertvoller als Geld.

Der Fehler, den viele machen: Sie warten auf den „perfekten Zeitpunkt“. Wenn das Haus abbezahlt ist. Wenn die Kinder aus dem Haus sind. Wenn die Gehaltserhöhung kommt. Die Wahrheit ist: Der perfekte Zeitpunkt war gestern. Der zweitbeste ist heute.

Unabhängigkeit ist der Schlüssel zur Rendite

Vielleicht fragen Sie sich: „Warum gehe ich nicht einfach zu meiner Hausbank?“

Das können Sie tun. Sie werden dort sicher freundlich empfangen. Aber Sie müssen eines verstehen: Ein Bankberater ist in erster Linie ein Verkäufer der eigenen Bankprodukte. Er kann Ihnen nur das servieren, was auf seiner Speisekarte steht. Wenn der hauseigene Fonds schlecht läuft oder teuer ist, wird er ihn Ihnen trotzdem empfehlen müssen.

Als unabhängiger Finanzberater in Wiener Neustadt und Neunkirchen arbeite ich anders. Ich habe keinen Chef im Nacken, der mir vorgibt, welche „Produkt-Kampagne“ diesen Monat verkauft werden muss.

Meine Arbeitsweise basiert auf einem einfachen Prinzip: Ich scanne den gesamten Markt. Ich vergleiche Angebote von über 100 Partnerbanken und Versicherungen. Ob es um die Finanzierung einer Vorsorgewohnung geht oder um den passenden Investment-Mix: Ich picke mir die Rosinen heraus, die exakt zu Ihrer Situation passen.

Das ist der Unterschied zwischen einem „Produkt von der Stange“ und einem Maßanzug. Beide bedecken den Körper, aber nur einer sitzt perfekt, wenn Sie sich bewegen.

Ein Wort zu „Risiko“

Vorsorgeplanung hat viel mit Angst zu tun. Angst vor Verlusten an der Börse. Angst vor der falschen Entscheidung. Diese Angst nehme ich meinen Klienten durch Aufklärung. Risiko entsteht oft dort, wo Wissen fehlt. Wer versteht, wie ein Welt-ETF funktioniert oder wie eine Immobilie kalkuliert wird, schläft ruhig. Eine gute Strategie ist nicht die, die theoretisch die höchste Rendite bringt, sondern die, mit der Sie sich wohlfühlen und die Sie nachts ruhig schlafen lässt.

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Checkliste: Ist Ihre Vorsorge gesund?

Gehen wir kurz in die Analyse. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  1. Kennen Sie Ihre Lücke? Wissen Sie konkret (auf den Euro genau), was Ihnen im Alter fehlen wird?
  2. Schlägt Ihre Anlage die Inflation? Liegt Ihr Geld auf dem Girokonto oder arbeitet es mit mindestens 3-4 % Rendite?
  3. Sind Sie flexibel? Was passiert, wenn Sie morgen berufsunfähig werden? Zahlt Ihre Vorsorge dann weiter?
  4. Haben Sie gestreut? Setzen Sie alles auf eine Karte (z.B. nur Gold oder nur das Sparbuch) oder nutzen Sie verschiedene Töpfe?

Wenn Sie bei einer dieser Fragen zögern, besteht Handlungsbedarf. Das ist keine Panikmache, das ist Mathematik.

Vorsorge für Unternehmer: Eine eigene Liga

Ein kurzer Exkurs für die Selbstständigen unter den Lesern: Für Sie gilt das oben Gesagte doppelt und dreifach. Sie haben kein Sicherheitsnetz wie ein Angestellter. Die staatliche Pension für Unternehmer ist oft erschreckend niedrig. Hier greifen spezielle Werkzeuge:

  • Betriebliche Kollektivversicherung
  • Gewinnfreibetrag nutzen (Investition in begünstigte Wirtschaftsgüter oder Wertpapiere)
  • Direktzusagen

Als Unternehmer brauchen Sie einen Partner, der nicht nur „Versicherungisch“, sondern auch „Bilanzisch“ spricht. Wir müssen die Vorsorge so gestalten, dass sie heute steuerlich entlastet und morgen privat absichert. Das ist ein Balanceakt, den wir täglich meistern.

Nehmen Sie Ihre Zukunft persönlich

Niemand kümmert sich so gut um Ihr Geld wie Sie selbst – oder jemand, der zu 100 % auf Ihrer Seite steht. Warten ist die teuerste Entscheidung, die Sie treffen können. Jeder Monat, den Sie ungenutzt verstreichen lassen, kostet Sie am Ende Zinseszinseffekte, die Sie später nur mit extrem hohen Sparraten wieder aufholen können.

Vorsorgeplanung ist kein Hexenwerk. Sie ist Handwerk. Sie erfordert Analyse, Strategie und die Auswahl der richtigen Werkzeuge. Ob das am Ende eine smarte Investment-Lösung, eine Vorsorgewohnung oder eine Kombination aus allem ist, finden wir gemeinsam heraus.

Mein Anspruch ist Transparenz. Sie gehen aus meinem Büro und wissen genau, was Sie unterschrieben haben und warum es gut für Sie ist. Keine versteckten Klauseln, kein Fachchinesisch. Nur Klartext und eine Strategie, die funktioniert.

Ihr nächster Schritt

Lassen Sie uns den Konjunktiv streichen („Ich müsste mal…“) und aktiv werden. Sie müssen Ihre Finanzsituation nicht alleine analysieren.

Wollen Sie wissen, wie groß Ihre persönliche Pensionslücke ist und wie wir sie schließen können?

Dann lade ich Sie ein: Nutzen Sie mein Angebot für ein unverbindliches Erstgespräch. Wir schauen uns Ihre aktuelle Situation an – ganz ohne Druck. Ob in meinem Büro oder digital, wir finden einen Weg, Ihre Zukunft wetterfest zu machen.

Finanzberatung Rath - Vorsorgeplanung